Projektbegründung- Projektbeschreibung |
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Eine Vielzahl von Experten und Institutionen berichten von einem zunehmend hohen Maß an Bewegungsauffälligkeiten, aber auch an Sprach- und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern. Diese besorgniserregende Entwicklung trifft auch für den Kreis Lippe zu. Bewegungserfahrungen, Spiel und Sport haben eine elementare Bedeutung für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern - gerade in den ersten Lebensjahren. Bewegungs- und damit verbundener Erfahrungsmangel während der kindlichen Entwicklung gilt häufig als eine wesentliche Ursache für gesundheitliche Störungen wie z.B. Sprachstörungen, aber auch psychosozialen Problemen. Motorische Störungen gehen oftmals mit emotionalen Problemen einher, woraus sich sekundär Verhaltensauffälligkeiten entwickeln können. Schließt man die mit Bewegungs- und Wahrnehmungsstörungen in engem Zusammenhang stehenden Sprachstörungen und Verhaltensauffälligkeiten in die Betrachtung mit ein, ergeben sich für die Schuleingangsuntersuchungen des Kreises Lippe 1998 folgende Daten: Sprachauffälligkeiten wurden bei 465 Kindern, d.h. 10,2 % aller untersuchten Kinder diagnostiziert, wovon 64% (294 Kinder) nicht in Behandlung waren. Verhaltensauffälligkeiten wurden bei 298 Kindern, d.h. 6,6 % diagnostiziert, wovon sich sogar 91 % ( 273 Kinder) nicht in Behandlung befanden. Eine zusammenfassende Betrachtung aller drei Störungsbilder ergibt, dass 1998 bei den insgesamt 4486 untersuchten Kindern in 1260 Fällen die Diagnose einer Koordinationsstörung, einer Sprachauffälligkeit oder einer Verhaltensauffälligkeiten gestellt wurde. Dies entspricht 28% , also jedes 3. -4. Kind war von einer Störung betroffen - und diese wurde bei 80% der Fälle noch nicht behandelt. Auch die stark übergewichtigen (adipösen) Kinder rücken zunehmend in den Blickpunkt und diese steigende Tendenz erfordert entsprechende Maßnahmen. 1998 waren es bei den Schuleingangsuntersuchungen 6,6 % (oberhalb der 97. Perzentile); berechnet nach dem BMI= Body-Mass-Index waren es für 1999 sogar 8,6 % übergewichtige/adipöse Kinder. Das Angebot zur Teilnahme an diesen Kursen ist Kindern vorbehalten, die der oben genannten Zielgruppe entsprechen und somit leichte Auffälligkeiten in den Bereichen Bewegung, Koordination, Haltung, Muskel-Skelett-System oder Herz-Kreislauf-System aufweisen. Diese durch Bewegungsmangel aufgetretenen Risikofaktoren bilden die Grundlage für Folgeerkrankungen, die durch ein gezieltes Förderprogramm innerhalb dieser Kurse behoben werden sollen. Dieses übergeordnete Ziel soll unter anderem erreicht werden durch: die ganzheitliche Förderung der Gesamt-Entwicklung der Kinder, die Stärkung der physischen Gesundheits-Ressourcen (Verbesserung der Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination usw.), die Stärkung der psychosozialen Gesundheits-Ressourcen und des Wohlbefindens (Entspannung, Körperwahrnehmung, Erleben der sozialen Einbindung usw.), die Einbeziehung der Eltern (Informieren, Sensibilisieren, Einüben von Förderübungen usw.), die Herausbildung eines gesunden Lebensstils, die Verbesserung des allgemeinen Lernvolumens und der Sprachentwicklung sowie die Verminderung sozial-bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen. |